Der kleine schwarze Drache oder meine Therapiestunde

In einer Welt, die zu 95% aus grünen Drachen mit goldenen Augen bestand und ein paar wenigen, die anders aussahen, war keiner so wie der kleine schwarze Drache mit den roten Augen. Seine Eltern liebten den kleinen schwarzen Drachen, aber sonst gab es nur wenige, die die Geduld aufbrachten um sich mit dem kleinen schwarzen Drachen zu beschäftigen und auch sie verloren bald das Interesse. Und so sammelte der kleine schwarze Drache von klein auf Narben auf seinem Körper und er hinkte auch leicht. Er fand sich auch nicht besonders hübsch, denn er war ein bisschen pummelig. Je größer die Zahl der Narben wurde, desto mehr schloss sich der kleine Drache in sich ein. Er wurde kühl und taff um den Schmerz der Einsamkeit zu ertragen. Er sehnte sich nach einem Drachen, der so war wie er, aber er war allein. Und auch wenn es manchmal so schien, als nähere er sich den anderen Drachen an, nach einer Weile stand er doch wieder am Rand allein. Unter seinem festen schwarzen Panzer, schlug ein großes warmes Herz, denn eigentlich mochte er die anderen Drachen und hätte gerne mit ihnen geteilt, aber da war niemand, der nach dem großen Herz des kleinen Drachen suchte oder sich für ihn interessierte. Also zog sich der kleine Drache in sich zurück und versteckte sich, denn nur so konnte er den Schmerz ertragen. An den meisten Tagen verbarg er die Einsamkeit, sogar vor sich selbst, aber an ein paar anderen Tagen kam die Einsamkeit zurück und der kleine Drache kauerte sich zusammen und hielt ganz still damit der Schmerz bald verging.

Hintergrund

Ihr habt es sicher schon erraten, der kleine Drache bin ich. Schon immer habe ich versucht herauszufinden was der Kern meines Problems ist, warum ich immer wieder diejenige bin, die an der Seitenlinie zuschaut und nirgendwo dazu gehört und wenn, dann nur maximal geduldet wird. Gott sei Dank, weiß ich, dass es ein paar wenige, aber dafür um so wunderbarere Menschen gibt, die zu mir stehen, egal was ich tue. Dennoch gibt es Tage, an denen ich daran verzweifle, das manche von denen, die ich für Freunde gehalten habe, sich nicht einmal Mühe geben um mit mir in Kontakt zu bleiben, weil es anders einfacher ist. Weil es einfacher ist, sich mit Menschen zu umgeben, die mit der Norm gehen, als mit denen, die sich nicht anpassen wollen und können, die daran verzweifeln, wie diese Welt sich dreht und die nicht bereit sind, nur um des lieben Friedens Willen brav alles hinunterzuschlucken, was ihnen hingworfen wird und die eisern und stur ihren Weg gehen, weil sie eben nicht alles mit sich machen lassen.
Ich schreibe dies in einer Stunde, in der ich wieder ganz unten angekommen bin und in der mir die Verletzungen, der vergangenen Tage und Wochen nur so über das Gesicht strömen.
Dankbar bin ich aber auch, besonders für Tom und Marcel, die mir in den letzten Tage so geduldig immer wieder Mut gemacht haben und Nathalie, die die einzige ist, die sich aus meinem alten Freundeskreis noch mit mir abgibt und den Kontakt nicht abreißen lässt. Um so größer die Enttäuschung über andere, die mich wieder an den Rand gedrängt haben, aber was hab ich auch erwartet.
Macht euch keine Sorgen, mein Lebenswillen ist ungebrochen, jetzt wo ich so langsam dem näher komme, was ich in meinem Leben wirklich machen will und so langsam auch den Mut entwickle es durchzuziehen. Nein, Sorgen müsst ihr euch keine machen 🙂

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