How to fight a war against yourself pt. 1

Ich habe Depressionen. Seit mehr als 10 Jahren. Vermutlich ein hormonellbedingtes Ungleichgewicht der Körperchemie, aber das macht es nicht einfacher. Seit 5 Jahren geht es mir sukzessive besser und ich habe sogar relativ lange Phasen, in denen es mir so gut geht, wie gesunden Menschen. Aber da sind immernoch die dunklen Tage. Tage an denen die Symptome von Kraftlosigkeit und Antriebslosigkeit über Magen und Kopfschmerzen bis hin zu Panikattacken reichen. Tage, an denen ich nicht ertragen kann berührt zu werden, auch wenn es nur ein kurzes unabsichtliches Anstoßen im Bus oder an der Kasse ist. Tage an denen ich Angst habe zum Briefkasten zu gehen oder ans Telefon, weil ich nicht weiß was es mir bringen wird und weil ich vom Schlimmsten ausgehe. Tage, an denen ich in meinem Bett bleibe, hinter fest verschlossenen Türen und halbheruntergelassenen Rollläden, weil ich mich nur so sicher und geborgen fühle. Ich flüchte mich in Bücher, Serien, Musik, doch das übertüncht die Dunkelheit nur für eine Weile. Medikamente kommen für mich nicht in Frage aus Angst das Gefühl für mich und meinen Körper zu verlieren und aus Angst vor einer Abhängigkeit. Ich hatte schon immer den Sturkopf alles allein zu schaffen. Mein Willen ist manchmal das einzige was mich davon abhält in völlige Lethargie zu verfallen. Gott sei Dank, haben mir meine Eltern ein gewisses Pflichtbewusstsein mit auf den Weg gegeben, das mir jetzt hilft die Dunkelheit auszublenden und das zu tun was ich tun muss. Irgendwer muss ja dafür sorgen, das die Katze versorgt ist und dass es an der Uni weitergeht.
Dennoch weiß ich, dass das Ausblenden und Übertünchen nicht gut tut. Es ist, als ob man eine Kiste immer weiter vollstopft. Man macht den Deckel zu, auch wenn er sich wehrt, aber irgendwann platzt der Deckel auf und der Inhalt der Kiste verteilt sich im ganzen Raum. Normalerweise ist es meine Mutter, die unwissentlich und unabsichtlich diese Zusammenbrüche auslöst und sie dann auch ertragen muss. Erst jetzt begreife ich so langsam, wie hart das für sie sein muss.
Das Verhältnis zu meiner Umwelt ist massiv gestört, der kleinste Auslöser reicht aus, das ich alles hinwerfe und mich zurückziehe. Ich ziehe die eiserne Rüstung um mich herum wieder hoch und bin die Kriegerin, die ihren Weg gradlinig, aber einsam zurück legt. Leben ist Krieg. Ich habe nichts anderes gelernt, als das mich die Menschen, die mir nahe stehen früher oder später hängen lassen und bevor ich die Verlassene bin, drehe ich den Spieß lieber um und bin diejenige, die die Brücken niederbrennt und verlässt.
Das wiederum nährt das Gefühl nicht liebenswert genug zu sein und damit fängt alles von vorne an. Teufelskreis.

Heute ist kein guter Tag. Es ist ein Panikattacken- Tag. Jedes Geräusch im Haus steigert meine Unruhe. Dennoch werde ich versuchen, alles das zu schaffen, was ich mir vorgenommen habe. Selbstdisziplin ist alles.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s